„JA, ich bin bereit, ich werde mit allem fertig!“ 

Okay, Sie Grünschnabel.

Sie haben einen Abschluss? Ein Zertifikat?


Damit können Sie sich den Allerwertesten abwischen. Was zählt, sind nur Praxis-Ergebnisse.


Ah, Sie haben schon erste Erfolge gefeiert.     Schön.     Waren die messbar? Mit Responsequoten?Ja?     Schon besser.     Das zeigt, dass Sie sich ernsthaft mit der Materie auseinandergesetzt haben.


Und jetzt die Gretchenfrage:

Wie werden Sie damit fertig, dass Ihr Kunde Sie anruft und sagt, er könne Ihre Rechnung nicht bezahlen, da er pleite ist? Ihr Text wäre seine letzte Hoffnung gewesen, und da der es „nicht rausgerissen“ hat, ist er jetzt am Ende und muss seinen Laden dichtmachen, seine Leute entlassen…

Murmeln Sie jetzt gerade vor sich hin, das „hätte er früher sagen müssen, was da von Ihrem Text abhing“?
Gut, dass Sie das nicht laut gesagt haben….


Mein Profitexter-Kollege Braatz pflegt in seinem Elevator-Speech immer zu sagen: Ich sichere Arbeitsplätze. Und damit hat er natürlich völlig recht. Wenn die Werbung eines Unternehmens floppt, dann kann das hergestellte Produkt noch so gut sein, dann kann es kritisch werden.

Gary Halbert hat es einmal noch viel besser auf den Punkt gebracht:Wenn man sich hinsetzt, um einen Text zu schreiben, soll man sich vorstellen, dass ein Kidnapper eine Pistole an den Kopf seiner Lieben hält. Der Text MUSS funktionieren, weil deren Leben davon abhängt.Da kriegt Recherche über die Zielgruppe plötzlich eine ganz neue Gewichtung, meinen Sie nicht?

Contentschreiber, die das Internet mit Suchmaschinenfutter zumüllen, gibt es wie Sand am Meer.

Ist es nicht ein Glück, dass Ihre Kunden stattdessen an Sie geraten sind?

Sicher. Sie haben nicht auf alle Faktoren Einfluss. Es gibt viel, womit Ihr Kunde die Wirkung Ihrer Worte konterkarieren kann:
Bei Print ist es die falsche Liste, der falsche Aussendezeitpunkt und völlig falsche Aufmachung – bis hin zum Briefumschlag.

Im Web ist es auch häufig das Layout, das Kunden binnen Sekunden ein falsches Bild vermittelt – und die Saat Ihrer Worte nicht mehr aufgehen lässt. Darum ist fast jeder gute Texter von sich aus gleichzeitig Berater, auch wenn sich das im Honorar nicht widerspiegelt.


Oder nehmen wir das Beispiel des kleinen Start-up-Unternehmens, das gerade versucht, Fuß zu fassen. Wenn Sie dessen Texte schreiben – fiebern Sie dann nicht mit, wie das Unternehmen vorankommt? Schicken Sie den Machern keine Mails mit interessanten Links zu diesem oder jenem Aspekt, der vielleicht auch noch zum Erfolg beitragen könnte?

Ihre Arbeit muss einen Unterschied machen für Ihre Kunden!

Sie sind nicht Jesus, doch für Ihre Kunden muss es ein Segen sein, dass sie ihre Texte bei Ihnen bestellt haben.


Denken Sie immer daran, wenn Sie einen Auftrag annehmen.


Und jetzt haben Sie wieder die Wahl: Entweder Sie befriedigen Ihre Neugier, was passiert wäre, wenn Sie anders geantwortet hätten:

„NEIN, wenn ich ganz ehrlich bin, dann habe ich Angst, nicht gut genug zu sein.“


oder Sie gehen gleich zurück zum Blog zum gemeinsamen Abschluss.